Kiel, Rendsburg | analogo.de – Die Stadtverwaltung von Kiel und die Kreisverwaltung von Rendsburg sind mit schweren Vorwürfen konfrontiert. analogo.de liegen Informationen vor, die zeigen, wie beide öffentlichen Arbeitgeber einen Mann auf eine Weise diskriminierten, die an die Behandlung von Juden zur Nazizeit erinnert. Nach einer Weiterbildung hatte sich der Mann auf einen Praktikantenplatz beworben, wonach beide Arbeitgeber den Praktikantenvertrag unterschrieben. Nachdem der Mann seinen Lebenslauf nachreichte, kündigten beide Arbeitgeber dem Mann. Denn jetzt lasen sie, dass der Mann für die AfD gearbeitet hatte. Ein Bericht anlässlich des UNESCO-Welttages am 09. September zum Schutz der Bildung vor Angriffen jeglicher Art.
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„Bildung ist nicht nur ein grundlegendes Menschenrecht an sich – sie ist für die Verwirklichung aller Menschenrechte unerlässlich“, sagt der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres. Mit dem Wissen, den Fähigkeiten und der Unterstützung, die durch Bildung erworben werden, könnten Generationen Krisen überstehen und die Welt in eine nachhaltige Zukunft führen.
Genau betrachtet ist eine Ausbildung erst abgeschlossen, wenn das theoretische Wissen auch in praktisches Wissen umgewandelt werden kann. Ohne die Praxis ist Wissen wertlos. Erst durch die Praxis wird Theoriewissen zur voll entwickelten Ausbildung. Mit anderen Worten: Ohne eine bezahlte Arbeit hat Bildung keinen Nutzen, die Menschen keine Hoffnung und die Gesellschaft kein Zukunft. Von der Nachhaltigkeit im Sinne Guterres‘ ganz zu schweigen.
Im vorliegenden Fall hatte der Mann zuvor für die AfD gearbeitet, wonach zwei Jahre lang auch andere Bewerbungen erfolglos blieben. Da der Mann trotz Akademikerstatus keine Arbeit mehr bekam, riet ihm die Agentur für Arbeit zu einer Weiterbildung. Die Agentur investierte rund 9.000 Euro in die Weiterbildung bei einem in Hamburg und Berlin ansässigen Weiterbildungszentrum auf dem Gebiet der Geographischen Informationssysteme.
Nach äußerst anspruchsvollen vier Monaten bewarb sich der Mann bei rund 50 geeigneten Stellen in der Region. Die Weiterbildung sah ein dreimonatiges Pflichtpraktikum vor, um das in zuvor vier Monaten erworbene Theoriewissen in praktisches Wissen umzuwandeln. Während dieser drei Monate stand der Mann den potentiellen Arbeitgebern in dem Sinne kostenlos zur Verfügung, als dass er – wie bei Praktika üblich – keinen Lohn verlangte.
Nachdem der Kreis Rendsburg-Eckernförde den Praktikumsvertrag unterschrieben hatte, wurde dieser dem Weiterbildungszentrum zum Gegenzeichnen übermittelt. Der Mann hatte sich vorher formal beworben, reichte nun noch seinen Lebenslauf nach. Innerhalb eines Tages zog die Kreisverwaltung die Zusage zurück. Das Opfer fragte beim zuständigen Personalvertretung nach. Personalrat Matthias Ruess bestätigte dem Opfer verhöhnend am Telefon: „Klar stellen wir ein. Natürlich. Wir suchen sogar Leute.“
Auch das Weiterbildungszentrum ist konsterniert. So etwas habe man noch nicht erlebt. Das Opfer versucht vergeblich den Personalrat zu erreichen. Später wird er sagen, er habe vergeblich probiert, den Mann zurückzurufen. Ein Vorwand, aber das Opfer ist hartnäckig, bekommt den Personalrat ein letztes Mal ans Telefon. Der hat sich zwischenzeitlich mit der Ausbildungsleitung abgestimmt, man habe die Einstellung von „Kurzzeit-Praktikanten wegen Corona zurückgestellt“. Auf einmal war ein dreimonatiges Praktikum ein ‚Kurzzeit-Praktikum‘. Die Vorgänge datieren von Anfang 2022.
Der Mann bewarb sich sofort bei einem weiteren Arbeitgeber, der Stadtverwaltung von Kiel. Hier das gleiche Spiel. Telefonate mit Fachabteilungsleiter und Personalabteilung, der gefordete Zweizeiler als Bewerbungs-Email und die Stadtverwaltung schickt den unterschriebenen Praktikantenvertrag zur Weiterleitung an das Weiterbildungszentrum. Auch die hiesige Personalabteilung fragt nachträglich nach einem Lebenslauf. Als das Opfer diesen zuschickt, will die Stadtverwaltung Kiel von ihrer unterschriftlichen Zusage nichts mehr wissen.
Gebe Menschen kein Geld, die zuvor Geld von der AfD erhielten. Längst hat das deutsche Handele-nicht-mit-Juden-Syndrom in Deutschland eine Renaissance erfahren. bei dem die neuen Opfer diejenigen Menschen mit einer Kontaktschuld zur AfD sind. Sie zu hassen, ihnen den Arm abzuhacken, sie gar zu töten, knapp 100 Jahre nach Aufkommen der Nazis sind den Assoziationen keinen Grenzen gesetzt.
Längst hat der deutsche Staat auf einen Diskriminierungsmodus umgeschaltet, der an alte Nazi-Zeiten erinnert. Kaufe nicht bei Juden, handele nicht mit Juden, gebe ihnen kein Geld, damit sie nicht leben können, verweigere ihnen eine bezahlte Arbeit. Genau das waren Auswüchse der Judendiskrimierung durch die Nationalsozialisten im 20. Jahrhundert. Heute lässt sich diese kategorische Diskriminierung mit dem Ausgrenzen von Menschen vergleichen, die einmal Kontakt zur Partei Alternative für Deutschland (AfD) hatten. In großen Teilen ist die Cancel Culture genau das.
Gleichzeitig suche die Wirtschaft ‚händeringend‘ nach Arbeits- und Fachkräften, so hört man. Die Augsburger Allgemeine schreibt, ein Teil dieser Lücke ließe sich schließen, wenn mehr Deutsche in Deutschland blieben.
„Die Ampelkoalition sorgt nun dafür, dass hierzulande mehr Menschen aus- und weitergebildet werden“, tönt die SPD-Fraktion aus dem Elfenbeinturm des Bundestages. Und sie ergänzt, ein modernes Einwanderungsrecht erleichtere den Zuzug von Arbeitskräften aus dem außereuropäischen Ausland.
Das bösartige System ist offensichtlich: Der Staat – hier im Beispiel die Stadtverwaltung Kiel unter Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) – kämpft mit den ihnen verfügbaren legalen und illegalen Mitteln gegen AfD-kontaktschuldige Menschen, und füllt die Lücke mit Menschen (meistens ohne nachgewiesene Kontaktschuld) aus dem ‚außereuropäischen Ausland‘.
Angriffe auf das Bildungswesen können schwerwiegende, langfristige physische und psychische Folgen für die Betroffenen haben, sagt UNO-Generalsekretär António Guterres. Wobei zu den Betroffenen auch die Gesellschaft an sich gehört.
Verhöhnt, diskriminiert und gut ‚ausgebildet‘ wie er war, sah sich das Schleswig-Holsteiner Opfer gezwungen, in Deutschland alle Zelte abzubrechen und auszuwandern.
