Das Bedingungslose Grundeinkommen

Die Regierung in Finnland hat sich laut Medienberichten darauf geeinigt, das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) zu testen. Der fortschrittliche Koalitionsvertrag zwischen der Zentrumspartei, der Finns Party und der NCP sieht die „Einführung eines Grundeinkommens-Experiments“ vor. Erfolgreiche Experimente gab es zuvor bereits in Brasilien und Namibia.

Lese hier im Laufe des Jahres 2017 zusammengefasste Gründe, warum das Bedingunglose Grundeinkommen (BGE) doch funktioniert, wer das BGE bereits unterstützt und warum der Begriff BGE den Begriff Hartz IV als das am häufigsten gebrauchte Wort in der deutschen Soziologie ablösen wird. Staune bald, welche Gelder bereits heute verteilt werden, aus welchen Mitteln der Staat tatsächlich sein Einkommen schöpft und was die Schere zwischen Arm und Reich bedeutet.

Ein Beispiel sei schon heute genannt: Mit dem BGE werden Hartz IV-Empfänger keine Gerichtsurteile mehr erkämpfen müssen, weil Kommunalverwaltungen ihnen in sozial-feindlicher Manier die Bezahlung der Ferienfreizeit verwehrten (siehe Urteil vom 23.02.2016 des Sozialgerichts Speyer mit dem Aktenzeichen S 15 AS 857/15). So wird die soziale Teilhabe von Hartz IV-Empfängern und ihren Familienmitgliedern am sozialen Leben automatisch gewährleistet.

Verfolge derweil das Projekt freiLOS an der Universität Landau, das als Vorstufe zum BGE betrachtet werden kann. Das Projekt zeigt, dass Menschen gerne zum Wohle Anderer arbeiten. Bei diesem Projekt gibt es eine Win-Win-Win-Situation: Als erste beteiligte Gruppe bieten die Artists als Spende eine kostenlose Dienstleistung an; die Spendits kaufen ein Los für €1, weil sie diese kostenlose Dienstleistung gewinnen wollen; die Benefits erhalten den gesamten Ertrag aller Losspenden ohne jeglichen Abzug von Verwaltungskosten. Der Benefit wechselt jeden Monat und ist derzeit ein ausgesuchte Institution, die Geld benötigt.

Eine Win-Win-Win-Situation für alle drei Beteiligten: Die Benefits gewinnen das Geld und die Zuneigung aller Beteiligten; sollten die Spendits nicht die kostenlose Dienstleistung gewinnen, gewinnen sie das gute Gefühl mit ihrer Spende dem Benefit geholfen zu haben; gewinnen die Spendits aber die kostenlose Dienstleistung, haben sie die Freude einen Menschen kennenzulernen und obendrein die Dienstleistung für €1 zu erhalten; die Artists gewinnen den Kontakt zum Spendit und können ihr ganz spezielles Wissen in diesem Umfeld anbieten, auch wenn ihr Wissen nicht arbeitsmarktfähig ist. Denn der Arbeitsmarkt suggeriert uns gerne, dass wir für jegliche Aktionen bezahlt werden müssen. Doch spätestens seit Wikipedia wird deutlich, wie viel Gutes aus unentgeltlichem Tun entsteht. Das Projekt folgt dem Traum, dass wir unsere Freiheit stärken indem wir freigiebiger werden.

Die beiden Ideen freiLOS und BGE zeigen, dass der Zwang arbeiten zu gehen vom Ansatz her falsch ist, denn die Menschen wollen und werden immer tätig sein. Und ihre Tätigkeit soll Sinn und ein gutes Gefühl stiften.

„Wir rechnen bei der Einkommensvergabe ja nicht das Geleistete ab, sondern wir ermöglichen den Beitrag zur Gemeinschaft. Ihre Arbeit, die Sie leisten, und die wir alle leisten, ist immer unbezahlbar. Sondern durch das Einkommen wird sie ermöglicht.“ (dm-Milliardär Götz Werner im Film  “Grundeinkommen – ein Kulturimpuls“, 2008).

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Spende des Landauer Universitätsprojektes freiLOS am 08. Juli 2015 an den Kinderschutzbund Landau. Links im Bild langjähriger Mitarbeiter des KSB, Mitte freiLOS-Orgamitglied Felix Göttert, rechts freiLOS-Initiator Rainer Winters. Nicht nur der Blaue Elefant des DKSBs oben rechts freut sich, dass Artists ihr Wissen selbstlos und kostenlos weitergaben, und Spendits dafür Geld gaben um eine Aktion des Artists zu gewinnen und der Benefit Kinderschutzbund von 100% der Spendit-Gelder profitierten. Spendits waren in diesem Falle Dozenten, Studierende und Mitarbeiter der Universität.

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