Fußball-WM 2026 – Deutsche Schubs-Truppe zieht wieder nicht ins Achtelfinale ein

Foxborough | analogo.de – Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat es wieder nicht geschafft, ins Achtelfinale einer Fußball-WM einzuziehen. Und sie hat es auch nicht verdient, auch wenn die Truppe eine an hundert Prozent ragende Felddominanz besaß, die sie aber durch regelmäßiges unfaires Wegschubsen der gegnerischen Spieler erreichte. Paraguay schaffte es bis zum Elfmeterschießen, den Spielstand von 1:1 zu halten. Hier verschoss einer der Haupt-Schubser, Jonathan Glao Tah, seinen Elfmeter, ebenso wie die in der englischen Premier League spielenden Kai Havertz und Nick Woltemade. Paraguay zielte treffsicherer und schlug den übermächtigen Gegner Deutschland. Die internationale Presse wundert sich über verloren gegangene Identitäten, während Paraguay einen nationalen Feiertag ausruft.

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Wie kaum eine andere Mannschaft hat die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko die gegnerischen Spieler auf unfaire Weise weggeschubst. Vor Beginn der WM-Spiele hatte der die Weltmeisterschaft ausrichtende Fußballverband FIFA seine Schiedsrichter vor unfairen Zweikämpfen gewarnt. Um das Spieltempo zu erhöhen, sei den Schiedsrichtern empfohlen worden, normale Fußballkontakte nicht zu ahnden und auf bestimmte Situationen zu achten, die im Zusammenhang mit der Taktik bestimmter Mannschaften auftreten könnten.

Ein Beispiel hierfür sei, wenn angreifende Spieler versuchten, verteidigende Spieler am Bewegen zu hindern. Obwohl das Halten einer Position an sich kein Foul sei, sollten Schiedsrichter – und bei Bedarf die Video-Aufnahme VAR – den Vorfall sorgfältig analysieren und eingreifen, wenn ein angreifender Spieler kein Interesse am Ball habe und sich absichtlich, wenn auch nur geringfügig, bewege, mit der klaren Absicht, die Bewegung des Gegners zu behindern und ihn an der Verteidigung zu hindern. Dies gelte insbesondere dann, wenn die Taktik darauf abziele, den gegnerischen Torwart daran zu hindern, das Tor zu verteidigen.

Die FIFA war also auf Deutschlands Fußballvertreter vorbereitet. Und Deutschlands Auswahlspieler wurden ihm mittlerweile etablierten Ruf einer unfair spielenden Mannschaft gerecht. Da zerrte der Dortmunder Nico Schlotterbeck, da nahm der für Real Madrid spielende Antonio Rüdiger seine Gegner im für ihn üblichen Ringer-Stil in die Mangel und der für den FC Liverpool spielende Florian Wirtz haute seinem Gegner aus Paraguay gar hinterrücks boshaft mit beiden Händen in den Rücken, obwohl dieser sich bereits in einer Fallbewegung befand.

Und zig Male nahmen deutsche Spieler ihre Hände zuhilfe, die das Fußballspiel zu einem halben Handballspiel avancieren ließen. Einer der Spieler mit den gräßlichsten Schubsern war der für Bayern München spielende Jonathan Tah. In der Tat mutet Tahs Spielweise brutal unfair an. Eine typische Szene deutscher „Abwehrstrategie“ sieht mittlerweile so aus: In einem aktuellen Beispiel schlägt der gegnerische Torwart den Ball vom Sechszehner tief in die Spielfeld-Hälfte der Deutschen. Wo der Ball aus der Luft auf den Boden auftreffen wird, werden zwei Spieler stehen, der Angriffsspieler des Gegners und der deutsche Abwehrspieler (nehmen wir hier im Beispiel einmal Jonathan Tah).

Kurz vor Aufprall des Balles werden beide Spieler im Zweifel hochspringen, um den Ball per erwartetem Kopfball in die gewünschte Position zu bringen. Anstatt aber normal hochzuspringen, und den Vorteil in der Sprungkraft und Athletik zu suchen, stößt Tah den Abwehrspieler aber kurz vor Aufprall des Balles in den Rücken, so dass der Abwehrspieler leicht nach vorne fällt und sich im hochspringenden Duell mit Tah nicht mehr messen kann. Tah gewinnt das Duell und kann den Ball aus der eigenen Gefahrenzone köpfen, während der Angriffsspieler dumm aussieht.

Wenn die FIFA normale Fußballkontakte bei dieser Weltmeisterschaft nicht ahnden will, so muss diskutiert werden, was mittlerweile schon als „normal“ gewertet wird. Ein Blick auf die Duelle anderer Nationen offenbart, wie fair so manch andere Nationalmannschaften bzw. -spieler auf dem Platz agieren. Paraguay spielte auch kampfbetont, aber fairer.

Jonathan Tah ist derweil ein starkes Sinnbild für die Misere. Zum einen wurde Bayern München dieses Jahr wieder einmal Deutscher Meister, auch weil Tah und seine Teammitglieder so aggressiv auftreten. Gegen Paraguay köpfte Tah zum 2:1, das Tor galt aber nicht, weil Sekundenbruchteile zuvor sein in Usbekistan geborener Kollege Waldemar Anton Paraguays Torhüter auf eine Weise behinderte, die Deutschland einen nicht-sportlichen Vorteil einräumen sollte. Das Tor wurde vom Schiedsrichter zurecht aberkannt. Als Tah schließlich beim Elfmeterschießen am Tor vorbeischoss und somit abermals scheiterte, da muss wohl der Fußball-Gott der Gerechtigkeit gesprochen haben, denn angesichts so viel Unsportlichkeit hatten Tah und auch Deutschland den Sieg nicht verdient.

Gewalt – Made in Germany

Noch vor wenigen Jahren hat es diese kleinen „Rempler“ kurz vor dem eigentlichen Zweikampf in dieser Ausprägung im Fußball nicht gegeben. Sie haben Einzug gehalten ins Spielverhalten einiger Nationalmannschaften, und hier insbesondere der deutschen Nationalmannschaft der Männer. Ja, Schubsen ist zu einem neuen Wesensmerkmal der deutschen Nationalmannschaft geworden.

Und schon befördert „das Schubsen“ neue Stereotype des deutschen Fußballs. Der neue Marketing-Slogan heißt: Gewalt – Made in Germany. Deutschland, wo die Bosheit an jeder Ecke lauert, im geografischen Deutschland wie jetzt auch auf dem Fußballplatz.

Auch daher rührt die weltweite Häme gegen das Ausscheiden der Deutschen. Denn zum großen Teil teilt die Weltfußballgemeinschaft die Ansicht, dass diese Art von Schubsen (um die Bewegung des Gegners zu verhindern) der sportlichen Fairness ebenso schadet wie der filigranen Attraktivität des Fußballs. Keine Selbstverständlichkeit im Neuen Deutschland, welches die politische Weltgemeinschaft angesichts der Renaissance politischer Gewalt des Landes mit Argusaugen beobachtet.

Nationale Identitäten

Viele sehen Parallelen zwischen Sport, Gesellschaft und Politik. Für die Identitätsbildung von Nationen spielt der Sport eine immense Rolle. Man denke an die Identitätsbildung durch die Eishockey-Erfolge baltischer Staaten in den 90er Jahren, als sich Estland, Lettland und Litauen begannen, sich seelisch von Russland zu trennen. Oder Deutschlands Gewinn der Fußball-WM im Jahre 1954, nur neun Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs.

Fußball ist der Sport Nummer 1 in Deutschland, nicht nur weil er andauernd im Fernsehen kommt, sondern weil Millionen Menschen haptische Erfahrungen mit ihm haben, also selber gespielt haben und daher guten Fußball zu schätzen wissen.

Nur wenige Familien werden behaupten können, niemanden in ihrer erweiterten Familie zu haben, der mit Fußball zu tun hat. Deutschland ist Fußball, und Fußball gehört zu Deutschlands Identität. Was Politiker dazu nutzen, die Menschen in ihrem Land bei der Stange zu halten, und ihnen beim Gewinn ihrer Mannschaften zu sagen: Hey, können wir nicht stolz auf unsere Jungs sein?

Nach dem Gewinn gegen Deutschland schrieb Paraguays Präsident Santiago Peña auf X:

„Heute feiert ein ganzes Land. Es feiert den Sieg einer Mannschaft, die den tiefsten Kern unserer Identität verkörpert: Die Entschlossenheit, den Glauben und die Stärke von Menschen, die niemals aufgeben.“

So geht Propaganda, und prompt sattelte der Präsident zur Belohnung noch einen Nationalen Feiertag drauf. Kurzfristig und per Dekret hatte Paraguay gestern frei.

Die internationale Presse hingegen meint zum WM-Aus von Deutschland, dem Land seien offenbar alle ihre „stereotypen nationalen Tugenden abhandengekommen“. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden der deutschen Mannschaft bei den Weltmeisterschaften von 2018 und 2022 habe sich die Fußball-Welt daran gewöhnt, Deutschland „abzuschreiben“. Nur dieses Mal sind sie nicht nur aus sportlicher Sicht ausgeschieden, sondern erstmals auch aus Gründen fehlender Werte, denn ihr Mittel zum Spielgewinn waren krumme Mittel.

Für Deutschlands angeschlagene National-Seele kommt indes ein Trostpflaster von anderer Seite: Einen Tag nach dem Ausscheiden gewann gestern der als Deutscher angekündigte Alexander Zverev ein Tennisspiel auf dem Centre Court von Wimbledon. Der Sportkommentator der BBC zu Zverevs Sieg: „Immerhin ein bisschen wiedergewonnener Stolz (sic. restored pride) für deutsche Sportfans nach dem Aus ihres Teams bei der WM.“   

Wie auch immer sich über die Jahre eine nationale Identität formt, sie hat immer mit den Bewohnern einer Region zu tun, und was diese Bevölkerung seit langer Zeit gewohnheitsmäßig in jener Region tut. Ein paar bevölkerungsgeographische Details: 14 Monate nach Jonathan Glao Tah wurde ebenfalls in Hamburg Alexander Zverev geboren. Wie Waldemar (Wladimir) Anton stammt Zverev von Eltern ab, die aus Russland nach Deutschland umsiedelten. Tahs Vater stammt aus der Elfenbeinküste, just jenem Land, welches Deutschland in der Vorrunde mit 2:1 besiegt hatte. 

Hier schied die deutsche Nationalmannschaft aus – im Gillette Stadium von Foxborough, 35 Kilometer südwestlich von Boston. Bildrechte: Art N., CC BY 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54302327