Mainzwatch

Willkommen auf der Mainzwatch-Seite von analogo.de. Nicht nur in der Stadt Mainz steht es für Umwelt und Politik nicht zum Besten. Die Umweltparameter erzeugen in Mainz oft schlechte bis alarmierende Werte. Die Palette zieht sich vom erdrückenden Fluglärmteppich ber der ganzen Stadt über verstopfte Autobahnen bis hin zu überhöhten Luftschadstoffwerten wie Ozon oder Feinstaub. In der weltweiten Spitzenliga spielt die Stadt Mainz bei den Stickoxiden: Die kleine Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz gehört zusammen mit der Nachbarstadt Wiesbaden seit über 20 Jahren konstant zu den weltweiten TOP4-Regionen der Belastung durch Stickstoffdioxid (NO2) und Stickstoffmonoxid (NO). Die hohe Verkehrsdichte mit hohen Dieselabgasen aus LKWs, Stadtbussen, Autos und Schiffen, das gute sonnige Wetter der Region und die besondere Kessellage sichern den beiden Städten eine fortwährende Spitzenposition.

Auf Seiten der Politik hat sich die rheinhessische Stadt den Namen “Handkäsmafia-Stadt” für den Vorwurf eingehandelt, dass nicht wenige politische Prozesse in einem korrumpierenden Umfeld ablaufen. Lese mehr über die Verstrickungen auf unserer Seite Politik in Mainz. Selbst die Allgemeine Zeitung als einzig verbliebene Tageszeitung (print) der Stadt berichtet seit Jahren als quasi Hofberichterstatter der Mainer Stadtverwaltung und Regierenden.

Aufgrund des riesigen Potentials an Missständen haben wir uns zur Aufgabe gemacht mit vertiefenden Analysen und Übersichten über die Mainzer Zustände in Umwelt und Politik zu berichten.

Die Region um Mainz diente schon den Römern als größtes Soldatenlager im feindlichen Germanien. Kurfürsten (14. Jahrhundert), Franzosen (18. Jahrhundert) und andere Kampfesleute bauten hier Zitadellen, Reduit-Kasernen, Schlösser, amerikanische Kasernen und Kampfübungsplätze (20. Jahrhundert). Im Mittelalter verbrannten auf dem Gelände des heutigen Einkaufsgebietes “Brand” christliche Kreuzfahrer 400 Juden. Vor allem wegen seiner Lage an der Mainmündung und seiner geographisch zentralen Position in der Mitte Deutschlands wurde die Stadt seit jeher stark verteidigt. Ehemals eine der schönsten Städte Deutschlands wurde das goldene Mainz am 27. Februar 1945 fast vollständig in Stücke gebombt.

Den 40.000 Studenten in Mainz bietet sich heute eine quirlige Ausgehkultur. Konzentrierte sich die Restaurantszene und Barkultur bis vor wenigen Jahren noch auf die Altstadt, etablieren sich derzeit in der Neustadt vor allem an ansehnlichen Eckbaulagen ständig neue Restaurants, Cafés und Bars. Die Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz gibt sich bis heute gerne bäuerlich-altbacken, und so floriert in der 200.000-Einwohner-Metropole auch die Kultur billiger Bierkneipen mit vornehmlich männlicher Kundschaft.

Ein in Mainz grassierendes Phänomen ist die großflächige Unfreundlichkeit von weiblichen Bedienungen, die kein Trinkgeld erhalten. Man probiere es aus, z. B. am Café Extrablatt am beliebten Schillerplatz. Wurde der Gast bei der Bestellung noch recht manierlich begrüßt, wird er nach der Bezahlung ohne Trinkgeld häufig weder verabschiedet noch eines Blickes gewürdigt. Einen Dank für den erfolgten Besuch muss der Gast sowieso nicht erwarten.

In Mainzer Weinkneipen wie der Weinstube Lösch kann der Gast gute deftige Küche erwarten. Nach der Lektüre dieses Reviews wird sich der Leser aber nicht mehr darüber wundern, wenn die übereilige Bedienung den Tisch just in dem Moment abräumt, in dem der Gast aufsteht und neben dem Tisch seinen Mantel anzieht. Da quetscht sich die weibliche Bedienung zwischen zwei Gäste, um ja schleunigst den Tisch für die nächsten Gäste frei zu räumen. Die alten Gäste sind noch nicht verabschiedet, da kommt die unausgesprochene Botschaft: “Dein Geld haben wir, mach’ jetzt Platz für die nächsten, unser Rubel muss rollen”. Auf diese Weise fragt sich der abgezockte Gast hinterher, ob die durchaus mundenden lokalen Weine das förmliche Herauskomplementieren kompensiert haben.

Die echten Mainzer sind solches gewöhnt. Es stört sie nicht. Die raue Verdrängungskultur ist ihr Wesen. Gerne wird so z. B. in selbiger Weinstube über das Mainzer Leibspeisen-Dreierlei Wein, Brot und Wurst getönt, wer diese nicht möge, sei kein echter Meenzer. Echte Meenzer grenzen gerne aus. In dieser Hinsicht unterscheiden sie sich kaum von hinterwäldlerichen Kleinbürgern ruraler Altkulturen.

Höflichkeit ist keine Mainzer Stärke. Beim Besuch in der Bäckerei oder Metzgerei wird der Nicht-Mainzer mit unverständlich-nervösem Blick gemustert, sofern er nicht ohne Umschweife bestellt. Selbst eine Begrüßung irritiert die meisten (weiblichen) Bedienungen. “Kommen Sie schon zur Sache” ist das tägliche Mantra von Angesicht zu Angesicht in der Kommunikationskultur in Mainz. Den Besucher der ländlichen Landeshauptstadt wundert es nach kurzer Weile nicht mehr, dass der gemeine Mainzer Bürger in der Bäckerei ohne Begrüßung mit den Worten zur Sache kommt: “Ich bekomme … (5 Meenzer Brötchen).” Kein Hallo, keine Begrüßung. Das antrainierte “Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag” kann am Ende eines Einkaufes in Mainz vielleicht noch diejenigen überzeugen, die auf Kurzbesuch sind.

Ähnlich der Stadt Köln – der vergleichbaren katholischen Bastion am Rhein – herrscht unter Mainzer Bürgern eine fast schon ekelige Einstellung zum Offensichtlichen. Wird Köln die Stadt des Klüngels (i. e. eine Art Korruption) genannt, nennt man Mainz zuweilen die Stadt der Handkäs-Mafia. Vergleichbar auch die Redensarten der Bewohner: Ermöglichte der Kölner Leitspruch Et kütt wie et kütt (i. e. Es kommt wie es kommt) die hingenommene Belästigung von über 1.000 Frauen in der Silvesternacht 2015, haben die Mainzer das Laissez-faire (i. e. sie machen lassen und sich nicht einmischen) aus der mehrfachen französischen Besatzungszeit beibehalten. So wundert es nicht, dass sich an den Mainzer Missständen in Umwelt und Politik über die Jahre so wenig ändert.

Im erzkatholischen Mainz kontrolliert die Kirche mehr als anderswo das Geschehen. Bildrechte: Lapping auf Pixabay 2320083_1920

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